Operation eines Karpaltunnelsyndroms

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) beschreibt die am häufigsten zu klinischen Symptomen führende Nerveneinengung (Nervenkompression) an der Hand.

Die zugrundeliegende Problematik des Karpaltunnelsyndroms ist die Einengung des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel.

Erstsymptom sind nächtlich auftretende Schmerzen oder Missempfindungen, die von der Hand in den gesamten Arm einstrahlen können. Später treten diese Beschwerden auch zunehmend tagsüber auf.

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Muskelschwund im Bereich des Daumenballens und zu Schwäche beim Zugreifen kommen. Des Weiteren kommt es zu einer Minderung des Tastgefühls.

Auf Grund der entstehenden Schmerzen und im späteren Verlauf auch Funktionsverlusten der vom Nervus medianus innervierten Muskulatur ist eine zeitnahe Therapie zwingend erforderlich.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Eine Läsion (Schädigung) des Nervus medianus kann durch eine chronische Kompression als auch durch ein Trauma ausgelöst werden.

Als Ursachen für die Kompression des Nervs können Frakturen der Handwurzelknochen, Entzündungsprozesse im Bindegewebe oder Stoffwechselveränderungen in Folge beispielsweise einer Schwangerschaft oder einem Diabetes mellitus genannt werden.

Von entscheidender Bedeutung für die Auswahl des Operationsverfahrens und für die Symptomatik ist die Lokalisation der Schädigung.

Vor der Operation

In Absprache mit dem behandelnden Arzt müssen in der Regel Medikamente (Antikoagulanzien / Gerinnungshemmer) wie Marcumar oder Acetylsalicylsäure (ASS) temporär abgesetzt werden, um das Blutungsrisiko bei der Operation zu minimieren. Die Wiedereinnahme der Arzneimittel darf nur unter ärztlicher Anweisung erfolgen.

Normalerweise wird der Eingriff bei einem offenen Operationsverfahren in Vollnarkose durchgeführt, sodass der Patient nüchtern sein muss. Bei endoskopischen Verfahren ist unter Umständen keine Vollnarkose notwendig.

Offene Operationstechnik zur Karpaltunnelkorrektur

Nach dem Anlegen der Blutsperre wird ein kurzer Hautschnitt durchgeführt, sodass bleibende erkennbare Narben verhindert werden können.

Das Grundprinzip des Eingriffes ist die vollständige Durchtrennung des Retinaculum flexorum, bei dem es sich um eine Sehnenstruktur handelt, die den Karpaltunnel anatomisch begrenzt. Somit kann der betroffene Karpaltunnel geweitet werden.

Die hieraus resultierende Dekompression entlastet den Nerv, sodass dieser sich regenerieren kann. Eine direkte chirurgische Korrektur am Nervus medianus ist sehr selten notwendig.

Die offene Operationstechnik ist sehr präzise, sodass eine bleibende postoperative klinische Symptomatik selten auftritt.

Endoskopische Operationstechnik zur Karpaltunnelkorrektur

Im Gegensatz zur offenen Operationstechnik ist bei diesem Verfahren keine lange Hautinzision (Hautschnitt) notwendig. Somit wird das Risiko minimiert, dass eine sichtbare Narbe zurückbleibt.

Des Weiteren kann mit Hilfe dieses Verfahrens die Arbeitsunfähigkeit deutlich verkürzt werden, da die Muskelkraft in der Handmuskulatur schneller regeneriert werden kann.

Als problematisch ist jedoch zu bewerten, dass das Retinaculum gegebenenfalls nur inkomplett durchtrennt wird, da die optische Übersicht im Vergleich zur offenen Technik reduziert ist.

Nach der Operation

Das Anlegen eines leichten Kompressionsverbandes ist angezeigt.

Eine kurzzeitige Ruhigstellung des Handgelenks kann bei einer Karpaltunneloperation sinnvoll sein, um ein verbesserten Heilungsverlauf zu erreichen.

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